Incentive Systeme

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Die Situation bei unserem Klienten:

Der Klient ist eines der größten europäischen Industrieunternehmen. Das Projekt wurde für den Service- bzw. Wartungsbereich der profitabelsten Sparte des Unternehmens durchgeführt, denn der Klient produziert nicht nur die neuen Anlagen, sondern führt auch die umfangreichen Wartungen durch. Dabei handelt es sich um ein sehr profitables Geschäft. Der wirtschaftliche Erfolg der Wartungsprojekte hängt in hohem Maße von der Einhaltung der vorgegebenen Termine ab. Bei Überschreiten der Planzeit drohen fünf- bis sechsstellige Konventionalstrafen pro Tag. Bisher wurden die Mitarbeiter, die an einem solchen Projekt arbeiten, mit einem fixen Monatsgehalt sowie mit einmaligen und vom Management zugeteilten Projektprämien vergütet.

Erbrachte Leistungen:

Es wurde ein Incentive-System entwickelt, das die wichtigsten Parameter solcher Systeme berücksichtigt:

  • Effektivität
  • Wettbewerbsfähigkeit
  • Herstellung der Zielkongruenz von Unternehmen und Mitarbeitern

Weiterhin wurde definiert, welche Mitarbeiter einbezogen werden und wie sich das Incentive-System zu anderen Vergütungsbestandteilen verhält.
Es wurde Wert gelegt auf eine leichte Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit des Systems. Das System hat nur drei Einflussgrößen: Projektvolumen, zeitliche Dauer sowie Anzahl möglicher Unfälle. Die Messbarkeit des Systems ist durch Projektvolumen (in Euro) und Anzahl der Tage sowie (aus der Erfahrung sehr selten vorkommend) Anzahl und Schwere der Unfälle als kardinale Messgrößen gegeben. Eine zeitnahe Erfolgsvergütung erfolgt nach jedem Projekt. Durch die klaren Regeln und eine einzelvertragliche Vereinbarung mit den Mitarbeitern hält sich der administrative Aufwand in Grenzen und kann größtenteils softwaregestützt erfolgen.In der Umsetzung bedeutet dies, dass es eine projektbezogene Gesamtprämie gibt, die prozentual von dem finanziellen Projektvolumen abhängt; des weiteren gibt es eine terminbezogene Zusatzprämie, die von der Anzahl der gegenüber der Planzeit eingesparten Tage abhängt. Zu möglichen Prämienabzügen führen Qualitätsmängel (die ihrerseits Verspätungen des Projektendes zur Folge haben) sowie Unfälle der Mitarbeiter (um eine Beschleunigung um jeden Preis zu vermeiden).

Nutzen für den Klienten:

Die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens hängt von einer Zunahme der Effizienz sowie von der Einhaltung von Qualitäts- und Sicherheitszielen ab. Die Effizienz des Unternehmens wird trotz zusätzlicher Zahlungen an die Mitarbeiter signifikant verbessert. Das Incentive-System führt zu einer Kostenminimierung, da der entscheidende Kostenparameter –die Dauer der Wartung und der damit verbundene Ausfall der Anlage- minimiert wird. Das System sichert zudem die Einhaltung der Qualitätsziele, da ein Nicht-Einhalten der Qualitätsvorgaben zu Nacharbeiten und damit zu einer Verlängerung der Wartungszeit führt, die wiederum direkt die Prämien der Mitarbeiter berühren. Durch überproportionale Berücksichtigung von Verzögerungen durch Qualitätsmängel und resultierendem Prämienverlust wird auch dem Versuch ein Riegel vorgeschoben, auf ein Nicht-Entdecken der Mängel zu hoffen. Die besondere Bedeutung der Sicherheitsziele zeigt sich darin, dass bei Unfällen im Verlauf eines Wartungsprojektes das Management den Abzug der Prämie in Abhängigkeit von Schwere und Verschulden des Unfalls festlegt. Dieser Fall folgt zwar auch klaren Regeln, lässt dem Management jedoch gewissen Ermessensspielraum bei der Beurteilung der beiden Einflussfaktoren.

Die Zielkongruenz zwischen Unternehmen und Mitarbeitern ist aus folgenden Gründen gegeben:

  • Die Mitarbeiterzufriedenheit steigt durch die Schaffung eines neuen Leistungsanreizes
  • Mitarbeiter profitieren am erreichten EBIT
  • Das Incentive-System ist kompatibel zum aktuellen Vergütungssystem mit seiner Überstundenregelung, dem Bonusprogramm und den Prämien, da es additiv zu den vorgenannten Zusatzleistungen ist.
  • Auch aggressiv verhandelte Projekte (Deckungsbeitragsoptimierung) sind für Mitarbeiter attraktiv, wenn sie zu einer Verbesserung des Projektergebnisses gegenüber der ursprünglichen Planung beitragen.
  • Der Verteilungsschlüssel ist fair und richtet sich nach dem jeweiligen Anteil der Mitarbeiter am Projekt,
  • Auch indirekt beschäftigte Mitarbeiter können von dem System profitieren (da sie ebenfalls die Projektdauer beeinflussen können).

Das System wurde in zwei Stufen weltweit eingeführt: Einem Test bei ausgewählten Pilotprojekten folgte der Rollout über alle Projekte. Eine Win/Win-Situation konnte erreicht werden, da sowohl die Wartungsdauer reduziert wurde, als auch die Mitarbeiter bei erfolgreichen Projekten in den Genuss nicht unerheblicher Incentive-Prämien kamen.